Funktioniert KVT wirklich?

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Ganz zu Beginn war der Himmel für die KVT keineswegs wolkenlos.

Freudsche Analytiker und andere Forscher seiner Zeit nannten Becks Theorie „oberflächlich“ und bemängelten eine zu dünne Beweislage. Auch Pharmafirmen wurden auf ihn aufmerksam, denn seine Therapieansätze stellten eine potenzielle Gefahr für ihre Einnahmen aus Psychopharmaka dar.

Es brauchte Zeit, um die nötige Evidenz zu sammeln.

1977 führte Beck Studien mit depressiven Patientinnen und Patienten durch, die zeigten, dass die KVT stärker wirkte als Imipramin – seinerzeit das wirksamste Antidepressivum.

Inzwischen liegen über 200 umfangreiche Untersuchungen vor, die die Wirksamkeit der Methode in ganz unterschiedlichen Fällen belegen.

Werfen wir einen Blick auf ein paar Beispiele, die belegen, dass KVT bei ganz unterschiedlichen psychischen Problemen hilft:

ok
Depression: Eine Studie von 2012 (Tad Judd et al.) ergab, dass KVT bei 40-60 % der depressiven Patientinnen und Patienten schon nach 14-16 Therapiesitzungen half. Langfristig erhöhte sich die Wirksamkeit sogar noch und senkte das Rückfallrisiko um 50-60 %.
ok
Angst: 2018 zeigte eine Untersuchung von Norton und Kolleginnen, dass KVT bei 46-66 % der Personen mit Generalisierter Angststörung erfolgreich war. Die Effekte blieben stabil, mit vergleichsweise wenigen Rückfällen.
ok
PTBS: In einer Studie aus dem Jahr 2014 (Schneider et al.) berichteten 60-72 % der Betroffenen von einer deutlichen Besserung nach einer KVT-Behandlung. Auch hier hielten die positiven Veränderungen langfristig an.
ok
Panikattacken: 2017 stellten Barlow und sein Team fest, dass KVT bei 60-75 % der Patientinnen und Patienten mit Panikattacken zu einem deutlichen Rückgang der Symptome führte. Auch in diesem Fall blieb die Rate an Rückfällen über längere Zeit gering.
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Man sagt, die Zahlen regieren die Welt. Nein, sie zeigen nur, wie die Welt regiert wird.

Johann Wolfgang von Goethe

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Wir haben gesehen, wo KVT glänzt. Aber unser Bericht wäre unvollständig, ohne zu erwähnen, wann KVT allein nicht ausreicht.

Wenn Sie an einer schweren psychischen Erkrankung leiden, beispielsweise Schizophrenie oder einer bipolaren Störung, ist in der Regel eine zusätzliche medikamentöse Behandlung notwendig.

Und bitte denken Sie immer daran:

Stellen Sie keine Selbstdiagnosen! Nur eine Fachkraft kann feststellen, wie ernst Ihr psychisches Problem ist.

Wir empfehlen, immer fachlichen Rat einzuholen – Ihre seelische Gesundheit ist es wert!

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